Das Torhaus zu Putzkau – Ein Justizgebäude des 18. Jahrhunderts


Das Bauwerk

Das Torhaus wurde 1754 im spätbarocken Stil als Gerichtsgebäude für das Rittergut Ober-Putzkau errichtet. Auffällig ist die Korbbogige Tordurchfahrt. Das Erdgeschoss besitzt flache Kreuzgewölbe. Das Gebäude zeichnet sich durch eine dreiachsige Fassadengestaltung auf beiden Schauseiten aus. Darüber befand sich ein Krüppel-walmdach mit je einer Fledermausgaube auf beiden Seiten. Der Dachreiter hatte einen klassischen Aufbau. Auf dem unteren Dachreitergeschoss mit Turmuhr sitzt das obere Dachreitergeschoss mit Rundbogenöffnungen, darüber eine geschweifte Haube mit Zwiebel, Knauf und Wetterfahne. Links und rechts vom Dachreiter befand sich je ein Schornstein. Über der Tordurchfahrt der Hofseite befindet sich das Wappen des Andreas Graf von Riacour gehalten von zwei Leoparden, darüber die Grafenkrone und Helmzier. Entstanden ist es wohl erst nach 1764, nachdem Andreas Graf von Riaucour in den Orden vom „Polnischen Weißen Adler“ aufgenommen wurde. Jedenfalls weist die das Wappen umgebende Ordenskette darauf hin.



Das Torhaus des Rittergutes zu Putzkau stellte ein hervorragendes Zeugnis des sächsischen Spätbarocks dar. Als solches war es im „Album der Rittergüter und Schlösser des Königreiches Sachsen“ 1859 abgebildet, in den „Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen“ durch Cornelius Gurlitt 1908 kurz beschrieben und in der Ausstellung „Sächsische Landsitze“ 2017/18 im Landesamt für Denkmalpflege Sachsen gezeigt. Das Torhaus hatte ortsbildmitbestimmenden Charakter! Das Gebäude Otten-dorfer Straße 5 ist unter der Nr. 09275982 in der Denkmalliste für Putzkau als "Torhaus mit Wappen" und dem Zusatz "baugeschichtlich und ortsgeschichtlich von Bedeutung" verzeichnet.



Das Justizgebäude des Patrimonialgerichts Putzkau

1751 hatte der Freiherr (ab 1754 Graf) Andreas von Riaucour vom Grafen Brühl das Rittergut Putzkau erworben (1). Er entfaltete sogleich eine rege Bautätigkeit. Während für den Neubau der Brauerei eine Kostenrechnung von 1755 vorhanden ist, hat sich diese für den Bau des Torhauses leider nicht erhalten. Man kann also nur an Hand verstreuter Hinweise den Zeitpunkt ermitteln. Die Untere Denkmal-schutzbehörde vermutete 1999 „Mitte des 18. Jahrhunderts“ (2). In einem Nachtrag zum Inventar von 1751 sind ein neues „Seiten=Gebäude“ (Ottendorfer 4) mit acht Räumen und ein „Thor-Haus“ mit zwei Räumen, „…im Zimmer 1 Spiegel. In der Kammer 1. Spiegel“, beschrieben (3). Da die Räume wohl noch nicht vollständig eingerichtet waren und der späteste Eintrag mit 1756 datiert ist, ist anzunehmen, dass das Torhaus kurz zuvor erbaut wurde. 1908 beschrieb Cornelius Gurlitt (4) eine Wetterfahne auf dem Uhrturm des Torhauses mit der Jahreszahl 1754, was wohl auch das Erbauungsjahr ist.

Im Inventar von 1770 (5) wird „Ein neues Thor-Haus, Darinnen zum Eingange | 1. Doppelter neuer ThorWeg, in welchen Thor Säulen in Zapfen gehen…“ erwähnt.

Beim Gefecht vom 13. September 1813 wurde die „Thurmuhr…ruiniert“ und wie das Gebäude bis 1818 instandgesetzt. 1843 reparierte der Uhrmacher Traugott Schulze aus Oberottendorf die Turmuhr. 1845/46 erfolgt ein neuer Turmanstrich (6).

Aus dem „Flur-Buch für Ober-Putzkau“ um 1840 haben wir eine klare Vorstellung von der Funktion des Torhauses: „Gefängnis im Parterre – Gerichtstube in der Etage“ (7). Das Torhaus war als Justizgebäude gebaut worden und war es 90 Jahre später immer noch.


Flur-Buch für Ober-Putzkau, um 1840, Privatbesitz Putzkau


Ein Nachtrag von 1844-46 führt „In der Gerichtstube ein viereckiger hölzerner Tisch“ auf. Ganz besonders detailliert ist ein Inventar von 1853: „Aus der Thurmkammer führt eine Treppe in Thurm, worinn 1. Uhr mit Zubehör ist (8)“. Für das Parterre verzeichnet eben dieses Inventar folgendes: Auf der westlichen Seite der Durchfahrt der Eingang zur bescheidenen

„ Stockmeister-Wohnung

1.       Eine thüre welche in den Hausflur geht…

2.       In der Hausflur 1 Thüre zur Wohnstube…2 Fenster…1 Ofen mit eisernen    Kasten und Kachelaufsatz,

3.       1 Thür zur Kammer…1 Fenster…

4.       Mobilien…3 Thorschlüssel, 1 Wächterspieß, 3 Beineisen mit Ketten,  Schloß und Schlüßel, 3 Handschellen mit Ketten, 1 Daumenschraube mit            Schloß und Schlüßel“

Der Stockmeister war nicht nur der Gefängniswärter, sondern auch der Nachtwächter unseres Ortes. Auf der östlichen Seite der Durchfahrt die

„Gefängnisse

1.       Unterm Thorgewölbe 1 Eingangsthüre mit 3 Eisernen Bändern, Haken,      Ketteln und Haspeln mit Vorlegeschloß u. Schlüßel in ein kleines Vorge       mach führend worin 2 Ofenlöcher sind, jedes mit einem eisernen Thür  chen mit Zubehör.

2.       1 Thür zum hintern Gefängnis mit 3 Eisernen Bändern, mit 3 Haken und    2 Haspen mit 1 Kettel u. Haspe nebst 1 eisernen Riegel: A. 1 Kachelofen            mit blechernen Zugrohr B. 1 Fenster mit 2 Flügel, worin 6 Eiserne Stäbe,   C. 2 Schiebefenster jedes mit 4 Eisernen Stäben. D. 1 Eiserne Haspe in      der Wand. E. 1 Pritsche, F. 1 Nachtkanne, G. 1 wolln Decke.

3.       Eine Eingangsthüre zum vordern Gefängnis mit 3 …"(sonst wie unter 2.).


In diesem Zustand war das Gefängnis, ohne die Mobilien und den Kachelofen, bis zur Sanierung im Jahre 2018 vollständig und relativ gut erhalten! Dann riss man die Innenwände, alle Türen samt Türgewände und die darüber liegenden Eisengitter samt Gewände heraus. Die Eisengitter mit je 5 Stäben samt Gewände wurden an andere Stellen im Parterre umgesetzt. Der Türsturz mit der historischen Inschrift: „Noack…14 AP 1834“ ist jetzt senkrecht im Türgewände der vergrößerten Außentür erhalten.

Bei allen Inventaren ist auffällig, dass die beiden Etagen des Torhauses nie zusammen aufgeführt waren. Die obere Etage mit der Gerichtstube wird immer in Verbindung mit dem Seitenflügel (Ottendorfer Straße 4) beschrieben. Das liegt daran, dass das Torhaus über keine Treppe verfügte und der Zugang zur Gerichtsstube nur über den Seitenflügel erfolgen konnte.

Für die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und die 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts sind keine Inventare und auch keine anderweitigen Nachrichten zum Torhaus erhalten. Zu dieser Zeit hatte die Gutsherrschaft bereits die Gerichtsbarkeit an das Amtsgericht in Bischofswerda abgegeben. In Sachsen erfolgte die Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit mit dem Gerichtsverfassungsgesetz vom 11. August 1855. Da, wo sich zuvor die Gerichtsstube befand, erfolgte nun die Arbeitsausgabe. 


Die Einrichtung einer provisorischen Wohnung

1945 wurde das Rittergut enteignet. Die Turmuhr ging außer Betrieb. Die Gebäude fielen an die Gemeinde. Einige wurden verkauft. Die im Besitz der Gemeinde verbliebenen wurden über Jahrzehnte vernachlässigt. Aufgrund der Wohnungsnot nach 1945 vermietete die Gemeinde Putzkau das Torhaus für Wohnzwecke, obwohl es nicht zum Wohnen erbaut wurde und dafür nicht geeignet war. Die Rittergutsglocke von 1573 nahm man schon 1958 ab und übereignete sie dem Heimatmuseum Bischofswerda. Sie wurde dort unter der Inventar-Nr. V/224 K 3 verzeichnet. Das Uhrwerk verblieb wohl noch bis 1963 am Ort. Als die Mieter Platz brauchten sägten sie zwei der vier Hauptständer des Uhrturmes ab (9). Deshalb, und weil das aufgehende Holz vermorscht war, drohte der Dachreiter herabzustürzen. Daraufhin erteilte man noch 1963 die Abrissgenehmigung (10). Der Dachreiter wurde abgerissen und die Dachfläche verschlossen. Später verbreiteten die Mieter die Legende, weil man ja erst um 1960 ins Torhaus gezogen war, dass der Uhrturm bereits 1958 abgerissen worden wäre. Leider fand diese unwahre Behauptung in verschiedenen Publikationen und offiziellen Dokumenten ihren Niederschlag. Erst meine Nachforschungen brachten im Landesamt für Denkmalpflege Sachsen drei (3!) Dokumente zu Tage, welche den Abriss des Türmchens für 1963 belegen. Eine Kopie veröffentlichte ich 2017 in meinem Buch "Ortschronik von Putzkau" auf Seite 273. Leider fand damit die Legende noch kein Ende. Laut Wertgutachten vom 2. Dezember 2016 waren im Landesamt für Denkmalpflege Sachsen keine Dokumente auffindbar, die den Abriss des "Turmaufbaues" belegen.


Die jahrzehntelange Nutzung als Wohnung ruinierte letzt-endlich unser Torhaus. Nach dem Abriss der angrenzenden Ställe 2014 zeigte sich ein riesiger Riss, der sich über den gesamten Ostgiebel bis in die Gewölbe zog. Auch nach Auszug der letzten Mieter 2015 unterblieben dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen seitens der Gemeinde. Auf meine Initiative hin, kam es zu einer Begehung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und man führte daraufhin 2016 wenigstens eine Notsicherung der Gewölbe durch.

Nun musste sich die Gemeinde Gedanken machen. Was soll mit dem Torhaus geschehen? Es gab drei mögliche Varianten:

1. Das Torhaus bleibt im Besitz der Gemeinde. Vorteil: Die Gemeinde und ihre Bürger können bestimmen was aus dem Gebäude gemacht wird - vielleicht eine Heimatstube für Putzkau, da das Heimatmuseum Schmöllen sich nicht für Putzkau zuständig fühlt. Ein Justizgebäude des 18. Jahr-hunderts mit einem intakten Gefängnis, dazu die Ritter-gutsglocke von 1573 und das Uhrwerk aus dem 18. Jahrhundert. Daraus hätte sich was machen lassen! Kam nicht in Frage: Man hatte kein Interesse am Denkmal und wollte kein Geld ausgeben.


2. Das Torhaus wird europaweit zum Verkauf ausgeschrie-ben. Vorteil: Wir hätten jetzt ein vorbildlich saniertes Torhaus mit Uhrturm. Kam nicht in Frage: Man wollte keine Fremden hier haben.

3. Das Torhaus direkt an einen örtlichen Interessenten verkaufen. Kam in Frage: Die Bequemste aber für das Denkmal schlechteste Variante.


Die Sanierung von 2018

Anfang 2017 wollte die Gemeindeverwaltung das Gebäude so schnell wie möglich loswerden. Es lag ein Angebot eines örtlichen Interessenten vor, der eine „moderne Wohnung“ einbauen wollte. Nachdem ich mich seit Jahren für die Restaurierung des Wappens des Andreas Graf von Riaucour eingesetzt hatte und der Gemeinderat ein von mir eingeholtes Angebot (11) ablehnte, mahnte ich nun dringend eine Ausschreibung an und warnte vor dem Einbau einer Wohnung (12). Auch dieses lehnte der Gemeinderat ab und verkaufte das Objekt als Wohnhaus nach Gemeinde-ratsbeschluss vom 28. Februar 2017, ohne Ausschreibung, für 1 €. 

Die Sanierung von 2018 konservierte nicht nur den 1963 hergestellten Zustand, sondern veränderte das Gebäude vom originalen Zustand weiter weg. Der Uhrturm und der zweite Schornstein wurden nicht wieder aufgebaut. Ja, sogar den bis dato auf dem First befindlichen Schornstein samt Dachfenster und Laufbretter hat man auf die Dachfläche zum Hof hin verlegt. Auf dem Ostgiebel, an den noch bis 2014 die Ställe grenzten, wurden raumhohe Fenster eingebaut wie sie niemals vorhanden waren. Beides weist kein barockes Gebäude auf.


Der spätbarocke Charakter des Torhauses ist nun nicht mehr zu erkennen, obwohl die Untere Denkmalschutz-behörde vor der Sanierung hoch und heilig beteuerte: „Das Gebäude wird im Äußeren nicht verändert!“. Auf den Dachflächen sind riesige Dachgauben eingebaut worden, wie sie ebenfalls nie vorhanden waren. Auf der Südseite ist sie sogar asymmetrisch angeordnet, was für ein barockes Gebäude ebenfalls unmöglich ist.  Ursprünglich waren bescheidene Fledermausgauben vorhanden wie sie die Lithographie von 1859 zeigt.


Größe und Anordnung der jetzigen Dachgauben sind von der Unteren Denkmalschutzbehörde nicht genehmigt gewesen (13). Auf meine Beschwerde vom 28. März 2018 hin, ließ die Untere Denkmalschutzbehörde die viel zu großen Dachgauben nicht zurückbauen, obwohl es zu diesem Zeitpunkt (siehe nächstes Foto) ohne großen Aufwand und Kosten möglich gewesen wäre, sondern erteilte aus nicht nachvollziehbaren Gründen eine zweite Baugenehmigung (14).


Meiner Meinung, einer nicht denkmalgerechten Sanierung, schloss sich 2019 die Deutsche Stiftung Denkmalschutz an. In einem Schreiben spricht sie von einer „verfehlten Sanierung“ und einem „schwindelerregenden Anblick“(15). Außerdem entschuldigt man sich für die Präsentation des Objektes zum Tag des offenen Denkmals am 9. September 2018 und versicherte es nicht mehr zu dieser deutschland-weiten Veranstaltung zuzulassen.


Eine beispielhafte Sanierung finden wir ganz in unserer Nähe, im Torhaus des Barockschlosses zu Rammenau. Es hatte eine ähnliche Funktion und stammt aus gleicher Zeit.


Positive Folgen der jetzigen Sanierung sind das Zusetzen der nicht originalen Tür zum Hof hin, der Austausch der 3-teiligen Fenster gegen stilgerechte 6-teilige und der Ersatz des stark umweltgeschädigten Wappens gegen eine Kopie. Auch das beheizen mit Erdwärme ist als sehr umwelt-freundlich zu berwerten. Die Tatsache, dass jetzt wieder Leben in das Torhaus eingezogen ist, ist ein schwacher Trost für den teilweisen Verlust dieses hervorragenden spätbarocken Bauwerkes. Bei aller Kritik zeugt die jetzige Sanierung von einer hohen Handwerkskunst der beteiligten Maurer, Zimmerleute und Dachdecker. Wenigstens ist nun der weitere Verfall des Gebäudes aufgehalten.


Bei der Betrachtung des sanierten Baus muss uns aber immer bewusst sein: „Das von unseren Vorfahren übernommene Erbe sollten wir bewahren, sorgsam pflegen und ungeschmälert an die folgende Generation weitergeben!“(16)

(1)     Staatsfilialarchiv Bautzen 50133 Gutsherrschaft Gaußig, Nr. 1308 Kaufvertrag vom 26. Juni 1751.

(2)     Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Aktenarchiv, Ortsakte Putzkau, Schreiben der Unteren Denkmalschutzbehörde vom 7.10.1999.

(3)     Staatsfilialarchiv-Bautzen, 50133 Gutsherrschaft Gaußig, Nr. 1269 Undatierte (1756?) Beilage „N.18“ zum Inventarium von 1751.

(4)     Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreiches Sachsen. Amtshauptmannschaft Bautzen, Dresden 1908.

(5)     Staatsfilialarchiv-Bautzen, 50133 Gutsherrschaft Gaußig, Nr. 1272 Inventarium 1770.

(6)     Staatsfilialarchiv-Bautzen, 50133 Gutsherrschaft Gaußig, Nr. 1618 Erörterung über die Kriegsschäden und Nr. 597, 598, 600.

(7)     Privatbesitz Putzkau.

(8)     Zum Zubehör gehörte auch die Putzkauer Rittergutsglocke. Deshalb wurde sie in den Inventaren nicht extra erwähnt und ihr Standort blieb über lange Zeit unbekannt. Inzwischen sind drei ehemalige Standorte bekannt: 1. Dachreiter über der Tordurchfahrt der Brauerei (1691) 2. Auf einem Schuppen im Althof (1744) 3. Dachreiter Torhaus.

(9)     Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Aktenarchiv, Ortsakte Putzkau, Niederschrift vom 8.11.1963.

(10)  Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Aktenarchiv, Ortsakte Putzkau, Schreiben des Rates des Kreises Bischofswerda vom 4.11.1963.

(11)  Angebot vom 5.11.2013, Fachbetrieb für Denkmalpflege Rentsch & Weinrich GmbH

(12)  „Streit um Verkaufspläne für historisches Torhaus“ von Ingolf Reinsch in Sächsische Zeitung vom Februar 2017

(13)  Baugenehmigung vom 6. September 2017.

(14)  Baugenehmigung vom 28. April 2018

(15)  Schreiben vom 11. Juli 2019

(16)  Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

 


       Bergkeller

Der einzige erhaltene Bergkeller Putzkaus befindet sich auf dem Flurstück 34 in Oberputzkau gegenüber der Neukircher Straße 1. Am 19. März 1864 verkaufte die Gemeinde Oberputzkau das Flurstück an den Schmiedemeister Winkler (1). Dieser hatte sich hier gegenüber der durch ihn betriebenen "König-Schmiede" einen Keller angelegt. Der Bergkeller steht unter Denkmalschutz (Objekt-Nr.09303905).


(1) Gemeinde-Buch für Ober-Putzkau für die Jahre 1863-1891, Privatbesitz Putzkau.



      Kleindenkmale 

        

Seit dem Jahre 2009 engagiere ich mich für den Schutz der Kleindenkmale in und um Putzkau. In dieser Zeit sind sämtliche Kleindenkmale in Putzkau und dem angrenzenden Hohwald erfasst worden. Ihre Veröffentlichung erfolgt weiter unten.

Bei der Suche nach den Kleindenkmalen sind immer wieder Stücke entdeckt worden, die beim Straßenbau umgestoßen wurden und liegen blieben oder bei Forstarbeiten abgebrochen waren. Ihre Wiederaufstellung ist mein Ziel und soll hier beschrieben werden. In den meisten Fällen ist die Aufstellung und Restaurierung nicht ohne die betroffenen Gemeinden, Straßenämter, Forstbetriebe oder die örtlichen Vereine möglich. Bei einigen habe ich nur den Anstoß gegeben, bei manchen die denkmalschutzrechtliche Antragstellung übernommen oder bei anderen völlig selbstständig gearbeitet. Alle Arbeiten wurden mit den Eigentümern und der Unteren Denkmalschutzbehörde abgestimmt.

 

        Abgeschlossene Projekte

1.     Meilenstein (ohne Einschlag) Niederputzkau/Oberottendorf beim Gasthaus "Grüne Tanne" aufgestellt.

2.     Je ein Kilo- und Hektometerstein der stillgelegten Eisenbahnstrecke Bautzen-Schandau im Putzkauer Forst geborgen und  Neukircher Straße 41 aufgestellt.


3.     Abgebrochene Wegweisersäule Neukirch/Lausitz Buchenweg restauriert.

4.     "Grenzstein zur Festlegung der geschlossenen Ortslage bei Gemeinden über 6.000 Einwohner" Neukirch/Lausitz Bahnhofstraße aufgestellt und gesichert.

 


5.     Ortsflurgrenzstein Oberottendorf/Niederottendorf am Tannenberg aufgestellt.

6.     Ortsflurgrenzstein Niederottendorf/Rückersdorf am Tannenberg aufgestellt.


7.     Abgebrochener Forstgrenzstein "X 71" am Rüdenberg restauriert.

8.     Forstgrenzstein "1771" im Sachsenforst am Rüdenberg aufgestellt

 


9.    Wegweisersäule Kirschallee Bischofswerda (Gemarkung Weickersdorf) am 5. Mai 2013 durch den Kultur- und Heimatverein Großdrebnitz e.V. aufgestellt.

10.   Ortsflurgrenzstein Rammenau / Burkau an der S94 2013 aufgestellt.

 


 

11. Das völlig verrostete Schlagwerk der Schuluhr in Oberputzkau ist auf meine Anregung hin durch Lothar Fischer demontiert und nach der Rekonstruktion (Schmiedemeister KlausWinkler) erneut montiert worden.



Aus gesundheitlichen Gründen werde ich mich in Zukunft nur noch eingeschränkt um Denkmale kümmern können.


 

 

       

       Suche nach verschwundenen Objekten

1.     Wegebaustein "1931" am Gießhübelweg in Neukirch/Lausitz - vor 9/12 entfernt

2.     Wegweisersäule vom Abzweig Neustadt soll in einem Balkon verbaut sein -50er

3.     Wegweisersäule mit eingeschlagenen Zeichen aus den Vogelhäusern - 1991?

4.     Wegweisersäule ohne Zeichen vom Steinweg bei der Hohwaldmühle - 1992?

5.     Gedenkstein für Ernst Thälmann vom Schulhof in Putzkau - 

6.     Forstgrenzsteine "1" (Rittergut Ringenhain), "103/104" (Tröbigauer Wald) und  "473" (Hohwald, Forstbetrieb Putzkau) - verschwunden zwischen 2010 und 2012

7.     Grubenstein "1776" vom oberen Stollen auf den Goldbergwiesen in Steinigt-wolmsdorf - seit Ende der 80er Jahre verschollen

8.     Grubenstein "DEN. XVI. FEBR: MDCCL." vom unteren Stollen auf den Goldbergwiesen - seit Ende der 80er Jahre verschollen

9.     Ortsflurgrenzstein "O: Flurgr:|Klein Drebnitz" von der Straße nach Bühlau, 2012/13 verschwunden (Foto von 2011: Christfried Marschner, Großdrebnitz)


 

Liste der Kleindenkmale in Putzkau

chronologisch geordnet, ohne Türstöcke und ohne die verschollenen Steine, auf Maße wurde verzichtet, das Material ist nur angegeben wenn es sich nicht um Granit handelt

 

1. "Sagenstein Weiße Frau", unbekanntes Alter, Abteilungsschneise "D" des Forstbetriebes Putzkau (oberhalb Forsthaus Klunker). Die Weiße Frau ist ein an Schlösser oder Adelsfamilien gebundener guter Geist. Sie steht in Beziehung zu den in Putzkau bekannten Sagen "Erscheinungen im alten Schloss zu Putzkau" und "Die Weiße Frau am Harthteich". Der Stein war ursprünglich von einer weißen Flechte bewachsen. Nachdem diese verschwunden war, wurde er von den Bewohnern der umliegenden Dörfer weiß angestrichen.

 

2. "Forstgrenzmal", vor 1559, Granitfelsen auf der Grenze zum Oberottendorfer Gemeindewald (Rüdenberg), Inschrift: "+...|44". Das Forstgrenzmal wird bereits bei der Übergabe des Bischöflichen Waldes am Rüdenberg an den Kürfürsten 1559 beschrieben. 1625 wurde der Felsen von Balthasar Zimmermann auf seiner Karte des Rüdenberges abgebildet und bezeichnet "Gros Rst: wacken.". Die '44' ist bei der Bereinung von 1886 eingeschlagen worden.

 

3. "Grabmal für 3 Kinder", 1586/1600, Sandstein, Ev. Pfarrkirche (rechtes Treppenhaus). Inschrift: "...". Kulturdenkmal 09276039.

 

4. "Grabplatte des Erhard von Haugwitz", 1621 oder später, Sandstein 190 x 99 x 14 cm, Ev. Pfarrkirche (Haupteingang rechts). Inschrift: "(siehe unter der Rubrik Personalien)". Kulturdenkmal 09276039.

 

5. "Forstgrenzstein", 1653, steht auf der Grenze zum Oberottendorfer Gemeindewald (Rüdenberg). Inschrift: "+|1653". Die 16 wurde ausgeschlagen, der Stein umgesetzt und als Grenzstein Nr. 53 genutzt. 

 

6. "Allianzwappen des Heinrich d. J. Freiherr von Friesen zu Schönfeld (1610-1680) und der Maria Margaretha Freiin von Friesen, geborene von Lützelburg (1632-1689)", 1682, Sandstein 105 x 116 x 17 cm, Ev. Pfarrkirche (Haupteingang links). Befand sich über der Tordurchfahrt der 1978 abgerissenen Brauerei (Neuhof). 2017 im Übergang vom Altbau zum Anbau der KITA Zwergenland eingebaut. Inschrift: "H.F.V.F. M.M.F.V.F.G.V.L.|16 82". Kulturdenkmal 09276039.

 

7. "Wappenstein des Andreas Graf von Riaucour", um 1770, Sandstein 71 x 65 cm, Ottendorfer Straße 5 (Torhaus des ehemaligen Rittergutes). Als Schildhalter fungieren zwei Leoparden, darüber die Grafenkrone. Unter dem Wappen der stilisierte polnische Weiße Adlerorden an einer prunkvollen Ordenskette (Collane). Ein zweites besser erhaltenes, aus Malchwitz stammendes, Exemplar befindet sich im Stadtmuseum Bautzen.

Kulturdenkmal 09275982.

 

8. "Forstgrenzstein", 1771, Lärchenweg am Ende des "Steinwalles" auf dem Rüdenberg. Inschrift: "+++|1771". Markiert den Beginn der Bereinung mit 90 aufsteigend nummerierten und mit den kurfürstlichen gekreuzten Schwertern versehenen Steinen. Von mir 2011 entdeckt und Ende 2012 gemeinsam mit dem Sachsenforst aufgerichtet.


9. "Wegweisersäule", 1829 oder später, Schulstraße/Diebsteig. Kulturdenkmal 09275080.

 

10. "Wegweisersäule", 1829 oder später, Ottendorfer Straße/ Ziegelbergstraße. Kulturdenkmal 09275646.

  

11. "Wegweisersäule", 1829 oder später, Ottendorfer Str. 15. Inschrift aus späterer Zeit: "15".

 

12. "Wegweisersäule", 1834, Neustädter Straße. Wurde beim Bau der Umgehungsstraße gefunden. Inschrift: "Neu-|kirch|1.St.|Drab=|nitz.| 1.St|1834|G.J.||Biss=|chofs-|werda|3/4St|Nei-|statt|2.St".

 

13. "Wegweisersäule", um 1834, Neustädter Straße 7. War nach 1866 im Fundament der Scheune der "Grünen Tanne" verbaut worden. Nach dem Brand beim Abriss der Scheune gefunden und aufgestellt worden. Inschrift: "Neu|kirch|6/4.St||Bis=|schofs|werda|1/2.St|Otten|dorf|1.St| Nei-|statt|2.St".

 

14. "Wegweisersäule", 19. Jahrhundert, Hufenweg (Rüdenberg).

 

15. "Brückenstein", 1840, Mühlenstraße, Steindeckerbrücke über den Mühlgraben. Inschrift: "G.St.|1840". Die Initialen verweisen auf Johann Gottfried Steglich.

 

16. "Multifunktionsstein", 1843, Heuweg/Naßweg/Rehwiesenweg. Hatte folgende Funktionen: 1. Wegweiser "K"=rotes Wegezeichen für den Naßweg, 2. Wegebaustein "Heuweg", 3. Denkstein für die erstmalige Einrichtung der Gaußiger Forstwirtschaft "1843" im Hohwald, 4. Waldteilzeichen "H" im schall-riaucourschen Forst für Hohwald und 5. Schneisenstein "10" in der Abteilungsschneise A (neu D). Inschrift: "K||JIeu|Weg|1843|H||10".

 

17. "Brückenstein", 1848, Sandstein, Dresdener Straße, Bogenbrücke über die Wesenitz. Inschrift: "M 1848". Eine spätere Inschrift am Brückengeländer "1998" anlässlich der letzten Sanierung. Kulturdenkmal 09275989.

 

18. "Wegweiser", 1857 oder später, Granit und Eisen, Kreuzbuche Kreuzweg/Valtenbergsteige. Oben befindet sich der Rest eines eisernen Wegweisers.

 

19. "Denkstein" 1862, Kalksandstein, An der Wesenitz 2, außen an der Einfriedung des Kirchhofes. Inschrift: "1862".

 

20. "Forstgrenzstein", 1863, Valtenberggipfel. Steht auf der Grenze zum Staatswald (Sachsenforst) und ist deshalb auf der Rückseite mit dem "K" für königlichen Waldbesitz rechts der Elbe in der Sächsischen Schweiz bezeichnet worden. 1863 gibt das Jahr Berainung an. Inschrift: "257||K|53||1863".

 

21. "Wegebaustein", 1865, Unterer Steinweg. Inschrift: "Gebaut.|1865. ". Kulturdenkmal 09277315.

 

22. "Wegebaustein", 1867, Oberer Steinweg, Inschrift: "Gebaut|1867.". Kulturdenkmal 09277315.

 

23. "Wegebaustein", 1870, Rückenweg, Inschrift: "Gebaut|1870". Kulturdenkmal 09277315.

 

24. "Wegebaustein", 1871, Stufenweg, Inschrift: "Gebaut|1871.". Kulturdenkmal 09277315.


25. "Meilenstein"(ohne Einschlag), vor 1873, Neustädter Straße (beim Gasthaus "Grüne Tanne") auf der Gemarkungsgrenze Niederputzkau/Ober-ottendorf, Gemeindegrenze Schmölln-Putzkau/Neustadt in Sachsen und Kreisgrenze Bautzen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.


26. "Denkstein", 1873, Mühlweg, Inschrift: "GS.|1873|d.W.F.". Gesetzt  anlässlich der Bereinung des Tröbigauer Waldes und des Forstwegebaus unter dem Förster Wemme im Jahre 1873. "GS." steht für Graf Schall (-Riaucour).


 

27. "Kilometerstein mit Königskrone", nach 1873, Sandstein und Eisen, Dresdener Straße an der 'B 98'. Dieser sog. Königlich Sächsische Meilenstein ist nach der Reichsgründung und der damit verbundenen Einführung des Metrischen Systems in Sachsen aufgestellt worden. Inschrift: "Zittau|53,7 Km||5 Km||Bischofs=|werda.|5,2 Km.|Dresden.| 40,6 Km.".

 

28. "Abteilungszeichen", 1877, Sandstein, Neukircher Straße 41. Ursprünglicher Standort des Myriametersteines der Königlich Sächsischen Eisenbahnlinie "Bautzen-Schandau" war der Kilometer 30 in Oberottendorf. Inschrift: "3|M||399||BS".

 

29. "Abteilungszeichen", 1877, Sandstein, Neukircher Straße 41. Ursprünglicher Standort des Kilometersteines der Königlich Sächsischen Eisenbahnlinie "Bautzen-Schandau" war der Kilometer 25 an der Hellgrundbrücke. Inschrift: "25|K||250".

Am gleichen Ort ein Hektometerstein mit der Inschrift: "264".

 

30. "Wegweisersäule", 1877 oder später, Neustädter Steig/Niederer Querweg. Steht im Zusammenhang mit dem Eisenbahnbau. Der seit Jahrhunderten bestehende Naßweg wurde hier zerschnitten und durch die nächste Unterführung geführt.

 

31. "Brückenstein", 1877, Dresdener Straße. Steindeckerbrücke über die Wesenitz. Das Brückenbauwerk PBW18 wurde Ende 2007 saniert. Inschrift: "1877". Kulturdenkmal.

 

32. "Brückensteine", 1878, Sandstein, Zittauer Straße. Eisenbahnviadukt über das Wesenitztal. Inschrift auf beiden Seiten über der B 98: "1878". Kulturdenkmal 09276004.

 

33. "Wegebaustein", 1880, parallel zur Eisenbahn verlaufender Weg auf der Nordseite des Hengstberges zwischen Abrahamsweg und Kernbrückenweg, Inschrift: "Gebaut.|1879/80.||E.W.". Die Initialen verweisen auf Ernst Wemme. Kulturdenkmal 09277315.

 

34. "Todesortstein", 1880, Naßweg (Klunkerseite), Inschrift: "[Bild: Kreuz] F.A.Hänchen|aus Ob.Ottendorf|d.29.Jan.1880|beim Holzfällen|erschlagen.". Kulturdenkmal 09277315.

 

 

 35. "Ortsflurgrenzstein", 1881, Schenkhäuser Straße. Inschrift: "Ortsflurgr:|O.-Putzkau|| ||Ortsflurgr:|N.-Neukirch". Kulturdenkmal 09277230.

 

36. "Ortsflurgrenzstein", 1881, Putzkauer Straße (seit 1977 Tröbigau). Inschrift: "Ortflurgr:|O.-Putzkau|| ||Ortsflurgr:| Tröbigau".

 

37. "Ortsflurgrenzstein", 1881, ehemaliger Standort unbekannt

(Dorfstraße, seit 1977 in Schmölln?). Oberteil mit Inschrift: "Ortsflurgr: |O.-Putzkau|| ||Ortsflurgr:|N.-Putzkau" erhalten.

 

38. "Denkstein", 1885, Sandstein, Kirchhof Einfriedung, Inschrift: "Anno|1885|[Bild: Fisch für Fischer?]". Kulturdenkmal 09276039.

 

39. "Todesortstein", 1885, Denkmalweg, Inschrift: "[Bild: 3 Kreuze] Hier fand seinen Tod|bei der Klötzerabfuhre|am 5.Juni 1884|Heinr.Wilh.Haufe.|Gutsbesitzer in Nieder=Putzkau.|...Jes.28,29". Kulturdenkmal 09277315.

 

40. "Wegebaustein", 1885, Neustädter Steig, Inschrift: "Gebaut|1885| [Bild: Gekreuzte Olivenzweige]|E.W.". Die Initialen verweisen auf Ernst Wemme. Kulturdenkmal 09277315.

 

41. "Denkstein", 1887, Naßweg, Inschrift: "[Bild: Karaffe zwischen 2 Gläsern]|1887". Der Anlass, der zur Aufstellung dieses Steines führte, ist nicht ganz geklärt. Angeblich von italienischen Bauarbeitern, die hier ihren Pausenplatz hatten, hinterlassen. Kulturdenkmal 09277315.

 

42. "Denkstein", 1901, Lärchenweg, sogenannter "Katzenstein", Inschrift: "1901|Thomass Jacob". Der Stein ist mit weiteren Inschriften übersät. Besonders erwähnenswert ist die folgende: "1968 r.". Während des sowjetischen Einmarsches in die CSSR soll auf dem Rüdenberg eine Richtfunkstation der Roten Armee gewesen sein. 

 

43. "Torsteine", 1907, Neukircher Straße 46, Inschrift: "E.H." und "1907". Die Initialen verweisen auf Ernst Eduard Hartwig.

 

44. "Torstein", 1908, Neukircher Straße 88, Inschrift: "Erb.|1908".

 

45. "Wegebaustein", 1913, Schmöllner Straße (Galgenberg), Inschrift: "GEBAUT.|1911-1913.".

 

46. "Gedenkstein", 1913, An der Wesenitz. Inschrift: "1813|1913". Wurde errichtet zum Gedenken an die russischen und französischen Opfer des Gefechtes vom 13.9.1813. Kulturdenkmal 09276037.

 

47. "Denkmal für die im I. Weltkrieg gefallenen Putzkauer", nach 1918, An der Wesenitz, außen an der Einfriedung des Kirchhofes, Inschrift: "DIE GEMEINDEN OBER- UND NIEDER-PUTZKAU TRAUERN UM IHRE SÖHNE|1914 [Namen der Gefallenen] 1919". Der Standort für dieses Denkmal wurde bereits 1908 gebildet. Kulturdenkmal 09276040.

 

48. "Denkmal für die im I. Weltkrieg gefallenen Gesellen-Brüder", 1920/1924, Dresdener Straße, Inschrift: "Zu Ehren der gefallenen Gesellen Brüder.|[Namen und Lebensdaten der Gefallenen] Gewidmet von Gesellen-Verein|Nieder-Putzkau. 1920". Kulturdenkmal 09276044.

 

49. "Denkstein in der Form eines Blumenkübels", 1920, Uferweg 16, Inschrift: "1920". Die Funktion dieses Steines ist nicht ganz geklärt.

 

50. "Gedenkstein", 1926, Mittelweg, Inschrift: "O.F.W.|Jacob.|1885-1926". Sogenannter 'Jacobstein' für den Oberforstwart Jacob.

 

51. "Wegebaustein", 1934, alter Lärchenweg, Inschrift: "FAD|1934|[Bild: Spaten {2/152} zwischen 2 gekreuzten Ähren]". Die Inschrift bezieht sich auf die Notstandsarbeiten Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Damals gab es staatliche und kommunale Beschäftigungs-programme zur Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit. Im konkreten Fall handelt es sich um die Abteilung 2/152 des Freiwilligen Arbeitsdienstes der NSDAP, Abt. Gau 15 Sachsen-Ost in Bischofswerda, die hier Forstwege baute.

  

52.  "Schleusenschlussstein", 1943, Beton, Ottendorfer Straße, Inschrift: "P 1943 H". Die Inschrift über dem Durchlass verweist auf die Renovierung des Vogelteichdammes im Jahre 1943. Zuvor war die "Alte Straße" von Bautzen nach Neustadt, die hier über den Vogelteichdamm führte, 1829 verbreitert und ausgebaut worden. Gleichzeitig wurden damals die verfallenen Schleusen neu hergestellt.

 

53. "Denkstein", 1960, Naßweg/Unterer Klunkerweg, am Forsthaus Klunker (seit 1973 Stadt Neustadt), Inschrift: "1960". Steht möglicherweise im Zusammenhang mit der Einrichtung des Kinderferienlagers des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Bautzen, später Löbau.

 

54. "Ereignisstein", 1968, Denkmalweg, Inschrift: "[Bild: Spasskiturm in Moskau]|CCCP|1968r. VI". Sogenannter "Russenstein". Von sowjetischen Soldaten eingeritzt, die hier im Sommer 1968 vor dem Einmarsch in die CSSR lagerten. Kulturdenkmal 09277315.

 

55. "Denkmal für die im II. Weltkrieg gefallenen Putzkauer", 2005, An der Wesenitz 2, außen an der Einfriedung des Kirchhofes, Inschrift: "1939 [Namen der Gefallenen] 1945".

 

56. "Denkstein", 2010, Dresdener Straße 63, Inschrift: "Bistra|Bau|20 Jahre|Putzkau 2010|ProStein".

  

57. "Gedenkstele", 2013, Dresdener Straße 4, Inschrift: "2013|[Bild: Viadukt]|Familie|Baumgart".

 

58. "Denkstein", 2014, Zittauer Straße 21 "Dr.-Alwin-Schade-Schule" Inschrift: "Im Kleinsten|ist die Natur am größten|Dr. Alwin Schade|1881-1976| Lehrer und Flechten-forscher". Am 24.5.2014 durch den Heimatverein Putzkau mit Hilfe der Gemeinde Schmölln-Putzkau aus Anlass des 100jährigen Schuljubiläum aufgestellt. 

 

59. "Denkstein", 2015, Zittauer Straße, Inschrift: "M.(eißen)|1241.|- |2015.|E.D.L.", Rückseite "L.(ausitz)". Der Stein erinnert an die "Oberlausitzer Grenzurkunde". Am Standort floss bis 1982 das Weißflössel, welches 1241 die Grenze zwischen dem Bistum Meißen und dem zum Königreich Böhmen gehörenden Land "Bvdissin" bildete.


60. "Gedenkstein", 2016, Schmöllner Straße 13, 2 Edelstahltafel mit Foto und Inschrift: "Zur Erinnerung | an | Steffen Schmidt | alias | Bauer Schmidt| 2002-2015". Unser langjähriger Bürgermeister Steffen Schmidt (1965-2015) verstarb 2015 bei einer Wandertour in Ungarn auf tragische Weise.


61. Fällt aus!


62. "Gedenkstein", 2017, Dresdener Straße, vor der Lutherlinde auf dem Friedhof, Inschrift: "Luther-Linde|gepflanzt 1883|Zur Erinnerung|im Luther-jahr 2017|Heimatverein Putzkau".


63. "Infostein", 2018, Milchhübel, Ausschtspunkt oberhalb des Doppelposten am Wanderweg zum Valtenberg (gelber Punkt):

Edelstahltafel auf großen Fels "Panorama von Putzkau und Umgebeung mit Beschiftung".

 

 

 

Liste der Kleindenkmale im Hohwald

chronologisch geordnet, ohne die Denksteine im Putzkauer Anteil des Hohwaldes und ohne die verschollenen Steine, auf die Angabe der Maße wurde verzichtet, das Material ist nur angegeben wenn es sich nicht um Granit handelt. Stand:10.11.2013

 

1. "Forstgrenzsteine", 1699, Neukirch/Lausitz, auf der Grenze zum Staatsforst (Sachsenforst) zwischen Valtenberggipfel und Wesenitz, Inschrift: "HHVN|1699". Auf der Rückseite befindet sich die Nummerierung (K 55-K 162) des Königlichen Waldbesitzes rechts der Elbe in der Sächsischen Schweiz. Insgesamt sind noch 66 von ursprünglich 116 aufgestellten Steinen erhalten.

 

2. "Forstgrenzmal", 1701, Neustadt i. Sa. Granitfelsen im Schwarzbach auf der Grenze zur Tschechischen Republik, Inschrift: "1701||K|285b". Markiert den Beginn der  1701-05 im kurfürstlichen Hohwald stattgefundenen Grenzrevision. Öder und Zimmermann verzeichnen hier eine Mühle. Nach 1800 wird dieses Waldstück "Die Mühlen genannt".

 

3. "Denkstein", Neustadt i. Sa. Granitfelsen am Schwarzbach auf der Grenze zur Tschechischen Republik, Inschrift: "KP". Die Großbuchstaben sind ineinander verschlungen, was auf die Entstehung im 18. Jahrhundert hindeutet. Am Stein vorbei führte seit Jahrhunderten ein Fußweg über die Grenze nach Böhmen.

 

4. "Brückenstein", 1716, Neustadt i. Sa. Ringenhainer Weg, Inschrift: "Renovirt.HCF.| 1823.||1716|MA". Diese Wesenitzbrücke wurde demnach 1716 gebaut und 1823 renoviert.

 

5. "Armsäule", 1725, Neustadt i. Sa. Hohwaldstraße/Zeugweg, Inschrift: "X[Kurschwerter]||J.G.|C.P.||V.K.|B.||1725". Einzige erhaltene echte Armsäule in unserer Gegend. Sonst ist nur noch ein Stück in Irgersdorf bekannt.

 

6. "Forstgrenzsteine", 1764, Ringenhain, 2 Stück zwischen Rotem Floß und Wesenitz, Inschrift: "1764".

 

7. "Brückenstein", 1800, Neustadt i. Sa. Schmalbornsteig, Inschrift: "1800". Steindeckerbrücke über die Wesenitz.

 

8. "Forstgrenzmal", 1817, Granitfelsen am Buchenberg auf der Grenze zur Tschechischen Republik, Neustadt i. Sa., Inschrift: "+|K|248||16H". 1817 wurde der Königliche Hohwald mit 533 aufsteigend nummerierten Grenzsteinen bereint. Die Nummer '1' befindet sich noch heute am Lohbach. Das 'K' steht für königlichen Waldbesitz rechts der Elbe in der Sächsischen Schweiz. Einmalig ist auf diesem Stein das Nebeneinander mit der böhmischen Nummerierung '16H'

 

9. "Forstgrenzsteine", 1820, Neukirch/Lausitz, auf der Grenze des Amtsdorfes Oberneukirch nach Steinigtwolmsdorf, Inschriften: "No.50||Stw.||Ob.Nk.|Gem.|1820" und "No.51|1820||Ober.|Neuk.".

 

10. "Flügelsteine". 1821, Neukirch/Lausitz, Oberneukircher Ritter-gutswald (wurde 1821 vermessen), Inschriften: "A,B,C,D,E,F,G" in verschiedenen Kombinationen. Die Flügelsteine dienen der forstlichen Waldeinteilung. Erhalten sind gegenwärtig noch 7 Exemplare.

 

11. "Denkmal für König Friedrich August", 1828, Lamprophyr, Schneisenstein 59 in der Abteilungsschneise '9' bei der Hohwaldschänke, Neustadt i. Sa. Inschrift: "[Bild: Königskrone über Rothirschgeweih] 59|Zur fortdauernden Erinnerung|an Sachsens verewigten|König|Friedrich August|den gerechten Beschützer|der Forste und Jagd||MDCCCXXVIII". Anlass der Aufstellung war der Tod des Königs 1827 zur Erinnerung an seinen Besuch im Jahre 1818. Früher das "Monument" genannt.

 

12. "Todesortstein", 1831, Sandstein, Neustadt i. Sa. Hohwaldstraße, Inschrift: "Am 3.ten September|1831|Ereignete sich der unglück-|liche Fall von|Gotthelf Moritz Fischer|Erbgerichtsbesitzer zu|Berthelsdorf welcher bey|der Streu abfuhre unter|dem Wagen gerieth, und|auf dieser|Stelle|plötzlich seinen |Tod fand".

 

13. "Wegweisersäule", 1. Hälfte 19. Jahrhundert, Neukirch/Lausitz Buchenweg, Aufschrift: keine.

 

14. "Wegweisersäule", 2. Hälfte 19. Jahrhundert, Neukirch/Lausitz Gießhübelweg, Aufschrift: "Neukirch||Ringenhain|Weifa" ist kaum noch leserlich.

 

15. "Turmbaustein", 1857, Sandstein, Neukirch/Lausitz Valtenbergturm, Inschrift: "Bauführer|M. Bachmann G. Wobst.|G. Richter L. Richter.| Erbaut i. Jahre 1856.|Eingeweiht d. 1. Juli 1857.|P". Darüber das Wappen derer von Oppen-Huldenburg, die das Grundstück für den Turmbau zur Verfügung stellten. 

 

16. "Messpunkt", 1865, Neukirch/Lausitz Valtenbergturm, Inschrift: "Station|VALTENBERG|der|Mitteleuropäischen|Gradmessung|K.Sachsen |1864". Zur internationalen Koordinierung von Großprojekten der Landvermessung wurde 1862 auf deutsch-österreichische Initiative die Mitteleuropäische Gradmessungs-Kommission gegründet. Sie stellt den Vorläufer der globalen geodätischen Union und der geowissenschaftlichen Union dar.

 

17. "Meilenstein", vor 1873, Neustadt i. Sa. Hohwaldstraße, Inschrift: "1|5000|M.St.||2|5290|M.St."


18. "Kilometerstein", nach 1873, Neustadt i. Sa. Hohwaldstraße, Inschrift: "Neustadt.|6,4 Km.|Stolpen.|16,6 Km.|| ||Zittau.|48 Km."

  

19. "Ämterstein", vor 1875?, Steinigtwolmsdorf, Hohwaldstraße. Inschrift: "AB|| ||AH|1". Dieser Stein (ist im Wesentlichen noch unerforscht) zeigt die Grenze zwischen den Ämtern Bautzen und Neustadt/Pirna, wie den Beginn der Hohwaldstraße an. Vor dem 1. Weltkrieg musste für die Benutzung der Hohwaldstraße Maut (Straßenbenutzungsgebühr) bezahlt werden.

 

20.  "Ortsflurgrenzstein", 1881, Neukirch/Lausitz, Alter Ringenhainer Weg. Inschrift: "Gutsh.|OberNeukirch|L.S.|| ||Distr.:|Neustadt".

 

21. "Forstgrenzstein", 1886, Neustadt i. Sa. Schelmberg, Inschrift: "+||K|462|b|1886". Der Ankauf eines Privatwaldes durch den Staatsforst war der Anlass für die Aufstellung dieses Steines. 

 

22. "Ereignisstein", 1898, Neustadt i. Sa. Oberweg bei der Wesenitzquelle, Inschrift: "ALBERT-EICHE.|S.FORSTVEREIN.|1898.". Anlässlich des Jahrestreffens der Mitglieder des Sächsischen Forstvereins in Bischofswerda wurde hier am 29. Juni 1898 zu Ehren König Alberts eine Eiche gepflanzt. Die Mitglieder machten an diesem Tag einen Ausflug auf den Hohwald Staatsforstrevier Neustadt und Putzkauer und Niederneukircher Rittergutswald.

 

23. "Denkstein", 19. Jahrhundert?, Steinigtwolmsdorf, Wesenitzweg. Inschrift: ohne. Auf einem vorbereiteten, geglätteten, rechteckigen Schriftfeld befindet sich kein Einschlag.

 

24. "Schramms Bierkeller", um 1900, Neukirch/Lausitz, Karl-Berger-Straße beim "Waldschlößchen". Tischartiger Stein auf dem ein Herr Schramm vor dem Bau des "Waldchlößchen" (1914) Bier verkaufte.

 

25. "Wassersteine", 1905, Neustadt i. Sa. Revier Hohwald/Hohwald-klinik, Inschrift: "(1-)90.|| ||W.H.". Von 1902-05 wurde die Hohwaldklinik errichtet. Zur Wasserversorgung schuf man ein ganzes Netz von Brunnen, Sammelbehältern und Aufbereitungsanlagen. Alles wurde durch im Erdreich verlegte Wasserleitungen verbunden. Die genaue Lage der Wasserleitungen ist durch 90 Steine markiert worden. Auf der Oberseite war die Richtung der Leitung angegeben.

 

26. "Denkstein", 1908, Neukirch/Lausitz Georgenbadstraße 27, Inschrift: "Elisabeth-Stiftung|1908". Der Dresdener Kommerzienrat Ender kaufte 1908 diese Gelände und errichtete hier eine Erholungsstätte und benannte sie nach dem Vornamen der Ehefrau.

 

27. "Brückenstein", 1919, Neustadt i. Sa., Schmidtweg. Inschrift: "1919". Durchlass für den jetzt meist ausgetrockneten Quellarm (Ringelborn) des Lohbaches.

 

28. "Gedenkstein", 1922, Neukirch/Lausitz Valtentalstraße, Inschriften: Oben "1914-1918.", auf einer Lamprophyrplatte mit Eisernem Kreuz, Waffen und Eichenlaub-Lorbeergirlande: "Inf.P. Seifert|gef. d. 18.6.1916| Kann. Glinther|gef. d. 30.7.1916| Inf. F. Werner|gef. d. 23.10.1918| Uffz. M. Seifert|gest. d. 9.9.1919| Ehre| ihrem Andenken" und auf dem Sockel "Schießklub|Gut=Ziel|N.-N. 1922".

 

29. "Türschlussstein und Hauszeichen", 1922, Neukirch/Lausitz Valtentalstraße 12, Inschriften: "Erb.|1922" und "F[reiwillige],F[euerwehr].|N[ieder].N[eukirch].| Spritzenzug Valtental.".

 

30. "Denkstein", 1925, Neustadt i. Sa. Hohwaldklinik Promenadenweg, Inschrift: "W.|Domm.|I.X.XXV." Möglicherweise durch einen der Patienten angelegt.

 

31. "Denkstein", 1925, Neustadt i. Sa. Oberweg, Inschrift: "1925|WESENITZ-QUELLE". Die Wesenitzquelle ist eigentlich ein Stollengewässer des Valentin-Erbstollen. Wurde bereits in der Oberlausitzer Grenzurkunde genannt: "... die Höhe des Berges, da der Bach entspringt Weleniza (Wasouniza)".

 

32. "Grubenstein", 1928, Neustadt i. Sa., Oberweg, Inschrift: "Valentin|Erbstollen| 1752-1756| GVV|Gebirgsverin|Valtenberg|1928". Der Stollen wurde 1885 zum letzten Mal bestiegen und 1928 vom Gebirgsverein verschlossen.

 

33. "Brückenstein", 1937, Neustadt i. Sa., Strassel. Inschrift: "1937". Diese Brücke führt das Strassel oder Sträßel über die Wesenitz.

 

34. "Todesortstein", 1949, Neukirch/Lausitz, "Fünfminutenweg", Inschrift: "[Kreuz]|B. W.|1949". An dieser Stelle verunglückte eine Lehrerin aus Dresden auf der Suche nach einem ihrer Schüler tödlich.

 

35. "Wegebaustein", 1949, Neukirch/Lausitz Gießhübelweg, Inschrift: "ERN. 27.8.|1949".

 

36. "Denkstein",19??, Neustadt i. Sa. Hohwaldklinik Promenadenweg, Inschrift: "K. Hamison". Möglicherweise von einem Patienten eingeschlagen. Weitere Steine mit eingeschlagenen Initialen, ebenfalls undatiert, befinden sich verstreut auf dem Gelände der Hohwaldklinik.

 

37. "Denkstein", 1952, Neustadt i. Sa. Hohwaldklinik Stollweg, Inschrift: "W. KLEIN|W. LANGE|19 E. RÖSELER 52|J. LUCAS|P. LAMPRECHT". Alle fünf Personen waren sicherlich zu dieser Zeit Patienten in der Hohwaldklinik.

  

38. "Wegweiserstein", 1958, Lamprophyr, Neustadt i. Sa. Steinbruch Oberottendorf GmbH (ehemals Firma Sutter), Inschrift: "DIABAS|WERKE". Die Inschrift ist auf der Vorderseite vertieft und auf der Rückseite erhaben eingeschlagen. Der Stein Steht an der Zufahrt zum 1940 eröffneten Steinbruch der "Diabaswerke Dr. G. Großer & Co. KG". 1958 mit staatlicher Beteiligung, ging dieser Betrieb 1972 im Kombinat VEB Elbenaturstein auf.

 

39. "Ereignisstein", 1972, Steinigtwolmsdorf Goldbergwiesen Obere Grube, Inschrift: "Wfa II|R|D 1972|Jena". In der näheren Umgebung ein zweiter Granitblock mit der Inschrift: "M A R".

 

40. "Denkstein", 1997, Neukirch/Lausitz Unterer Horizontalweg, Inschrift: "ASCV e. V.|Valtenberg|N N 400 m" und auf Edelstahltafel "1997 Umbau|der Abfahrstrecke|- Danke -|ZBO-HTO Putzkau|-Elektrokontakt BIW|-Steinwerke Hohwald|-Steglich GmbH Putzkau|-Gemeindeverwaltung Neukirch|-Alpin-Bau Deutschland GmbH".

  

41. "Ereignisstein", 1998, Neustadt i. Sa. Oberweg bei der Wesenitzquelle, Inschrift: "29. JUNI 1898| 27. JUNI 1998|100-JÄHRIGE|WIEDERKEHR| EXKURSION|SÄCHS. FORSTVEREIN e. V." 

 

42. "Gedenkstein", 2002, Steinigtwolmsdorf Hilgersdorfer Straße, Inschrift: "ZUM|GEDENKEN|AN DIE|VERTREIBUNG|DER|SUDETENDEUTSCHEN| AUS| HILGERSDORF|UND LOBENDAU|IM JAHRE1945/46|DIE TOTEN|MAHNEN| Gestiftet|von Heimatfreunden|und der Gem.|Steinigtwolmsdorf|-2002-".

 

43. "Grubenstein", 2012, Steinigtwolmsdorf Goldbergwiesen, Unterer Stollen, Inschrift: "DEN. XVI. FEBR. MDCCL". Der originale Grubenstein von 1750 ist ebenso wie der von der Oberen Grube (1776) seit den 80er Jahren verschollen.

 

44. "Todesortstein", 2012, Edelstahltafel, Neukirch/Lausitz Valtenbergweg, Inschrift: "Hier stürzte am 27. April 1962|der 22-jährige Leutnant|Gerd Scheibe|vom Jagdgeschwader 3|aus Preschen|mit einer MIG - 19 S ab". Die Aufstellung erfolgte durch die Gemeinde Neukirch/Lausitz am 27.4.2012.

 

45. "Denkstein", 2013, Hilgersdorf (CZ), am Zahlwasser beim Grenzstein 2|41.

Inschrift: "Nejsevernejsi bod Ceske republiky Hranicni bod 2|41 51°03'20,52669" s.s. 14°18'56,07805" v.d. Osada Severni obec Lobendava. USTECKY KRAJ, DSO SEVER OBEC LOBENDAVA. 28.10.2013", darüber Staatswappen. Nördlichster Punkt der Tschechischen Republik.

 

 

 

 

 

    Türstürze und Schlusssteine in Putzkau

Stand: 29.07.2013

 

Von jedem Stück ist ein Foto angefertigt worden. Da aber oft grobkörniger Granit verwandt wurde sind die eingeschlagenen Zeichen kaum sichtbar. Deshalb wird hier auf die Abbildung einiger Steine verzichtet.

 

 

1.    Türsturz in der Form eines Türschlusssteines, Dammweg 10
Inschrift: "1772"
Der Stein war mit mehreren Schichten Farbe überstrichen, die aber inzwischen entfernt wurden.

In diesem Jahr starb der mutmaßliche Erbauer des Gebäudes, der Großgärtner Andreas Jäger. Neuer Besitzer von Haus und Grundstück wurde 1773 Johann Gottfried Jäger. 

 

 

 

 

 

 

2.    Türsturz, Zittauer Straße 43  "Brettmühle"

Inschrift: "17  I.G.H.  82" mit den Initialen von Johann Gottfried Hübner. Dieser hatte, noch unmündig, die Mühle im Jahre 1771 erworben.

Die Brettmühle ist mindestens seit 1593 (Öder) nachweisbar. Mit hoher Wahrscheinlichkeit bestand hier bereits im 15. Jahrhundert eine Mühle. Im "Registrum Feudorum",  1495 niedergeschrieben im "Liber Salhusii", sind die Haugwitz zu Wilthen mit einem Viertel des Rittergutes Putzkau belehnt. Dazu gehörten die Hälfte der Fische im Hartteich, drei Gärtner und u.a. zwei Mühlen ("due molendina") in Oberputzkau. 

1721 wird sie auch als "Breth= und Oel=mühle" bezeichnet. Die über Jahrhunderte durchgehend in Betrieb gewesene Mühle wurde zu DDR-Zeiten stillgelegt. In den 80er Jahre erfogte der Abriss des Umgebindehauses und der Neubau des Wohnhauses.

 

 

 3.    Türschlussstein mit Hausnummer, Zittauer Straße 7  "Erbgericht"

Inschrift: "No 11 | JAHAJ | 1789" mit den Initialen von Johann Andreas Hübner

Die Initialen sind ineinander verschlungen und auf der rechten Seite spiegelverkehrt wiedergegeben. Wie bei der Hübelschänke erschwerte diese Art der Ausführung die Deuteung der Schriftzeichen. Die ehemalige Funktion ist heute nicht mehr erkennbar, da die Tür zu unbekannter Zeit zugemauert worden war.

 

4.    Türschlussstein, Schenkhäuserstraße 17/18  "Hübelschänke"

Inschrift: "JFGGFJ | 1809" mit den Initialen von Johann Friedrich Griebner d.Ä.

Die Initialen sind ineinander verschlungen und rechts spiegelverkehrt wiedergegeben. Wie beim Erbgericht erschwerte diese Art der Ausführung die Deutung der Schriftzeichen. Da sich der Stein hinter einem Balken befindet ist kein vollständiges Foto möglich. Im Gebälk  soll sich eine weitere Inschrift "JG 1852" befinden, was auf Johann Friedrich Griebner d.J. hinweist. 1688 durch die Gutsherrschaft erbaut, wurde 1983 nach nur 300 Jahren der Gaststättenbetrieb eingestellt.

 

5.    Türsturz, Zittauer Straße 43  "Brettmühle"

Inschrift: "18. J.G.H. 22" mit den Initialen von Johann Gottfried Hübner.

1824 reichte der Brettmüller J. G. Hübner ein Gesuch "zu Anlegung einer Mahlmühle mit eigenem Rade und Werke" ein. Siehe auch bei Nr. 2.

 

6.    Türschlussstein mit Hausnummer, An der Wesenitz 29

Inschrift: "NO 45 | 18 27 | JH" mit den Initialen von Johann Christoph Haufe

Ungewöhnlich ist die Anbringung über dem Türsturz.

 

7.    Türsturz mit Hausnummer, Neukircher Straße 82

Inschrift: "No: 53. JGH.1830" mit den Initialen von Johann Gottlob Hübner.

 

8.    Türsturz mit Hausnummer, Neukircher Straße 61

Inschrift: "No: J.C.S. 78. [1831]" mit den Initialen von Johann Christoph Schlenkrich

Eine zweite Inschrift "18: J.C.S. 31:" mit sichtbarer Datierung befindet sich im Obergeschoss. Der gleiche Bauherr errichtete 1862 das Ausgedingehaus Neukircher Straße 62.

 

9.    Türsturz, Steinweg 6

Inschrift: "1 8  H  3 5" mit den Initialen von Karl Gottfried Heber und Christian Gottlob Herfurth

Der Stein ist zerbrochen und wurde eingelagert. Die Initiale "H" bezieht sich auf den gemeinsamen Anfangsbuchstaben der Nachnamen der beiden Eigentümer.

 

10.  Türsturz mit Hausnummer, Zittauer Straße 35

Inschrift: "No 65 J G R 1836" mit den Initialen von Johann Gottfried Richter.

 

11.  Türsturz mit Hausnummer, Dresdener Straße 49  "Gasthof Friedrich"

Inschrift: "No100. C.A.F. 1837" mit den Initialen von Carl August Friedrich

"18. August 1837.  Karl August Friedrich kaufte die Grunstücke, worauf die Gasthofgebäude neu errichtet worden, von Karl Christian Friedrich um 260 Thaler".

 

12.  Türsturz, Valter 14/Naßweg/Unterer Klunkerweg  "Forsthaus Klunker"

Inschrift: "  / 1840".

Das Forsthaus wurde 1712 wegen des Flößerholzgeschäftes auf der Polenz errichtet. 1973 an Berthelsdorf (Kreis Sebnitz, jetzt  Stadt Neustadt im Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge) abgegeben. Die Bedeutung der Jahreszahl ist nicht ganz geklärt. Möglicherweise fand in diesem Jahr ein Umbau des Forsthauses statt, der mit der erstmaligen Einrichtung der Gaußiger Forstwirtschaft im Hohwald, Anfang der 1840er Jahre zusammen hing.

Die Jahreszahl ist, im Gegensatz zu allen anderen in Putzkau vorkommenden Datierungen auf Türstürzen, dilettantisch ausgeführt.

Wegen der besonderen Bedeutung für Putzkau hier mit aufgenommen!

 

13.  Türsturz, Neukircher Straße 41

Inschrift: "18 .J .G .S .49." mit den Initialen von Johann Gotthelf Steglich.

 

14.  Türsturz, Zittauer Straße 28

Inschrift: "18 JTS 49." mit den Initialen von Johann Traugott Schlenkrich.

Befindet sich an einem der wenigen erhaltenen Umgebindehäuser in Putzkau.

 

15.  Türsturz, Zittauer Straße 6

Inschrift: "18. EEF. 50." mit den Initialen von Ernst Edmund Friedrich.

An der ehemaligen "Bäckerei Schlenkrich" neben dem Erbgericht, welches damals  ebenfalls Ernst Edmund Friedrich gehörte. 2016 abgerissen und geborgen.

 

16.  Türsturz, Dresdener Straße 90

Inschrift: "18.ASt. 51." mit den Initialen von Andreas Stephan.

 

17. Türsturz, Zittauer Straße 34

Inschrift: "18 J G R 54" mit den Initialen von Johann Gottfried Richter.

Carl August Richter übernimmt das Haus Zittauer Straße 35 und baut dieses Auszugshaus für Johann Gottfried Richter. Dieser stellte den Antrag die Schankgerechtigkeit der Hübelschänke, welche ihm auch gehört, auf das Haus an der heutigen B98 zu übernehmen. Der Antrag wurde abgelehnt.

 

18.  Türsturz, Uferweg 11

Inschrift: "18 C G S 56" mit den Initialen von Carl Gottfried Schlenkrich.

 

19.  Türsturz, Steinweg 5

Inschrift: "18.CAB.57." mit den Initialen von Carl August Berthold.

 

20.  Türsturz, Dresdener Straße 80

Inschrift: "18. G.F.G. 58." mit den Initialen von Gottlieb Friedrich Gottlöber.

 

21.  Türsturz, Dammweg 9

Inschrift: "18   59"

Am Wohnstallhaus der ehemaligen "Gärtnerei Thieme". Warum die Initialen des damaligen Besitzers Carl Gottlieb Schlenkrich nicht eingeschlagen wurden ist nicht bekannt. Türstürze mit der Jahreszahl aber ohne Initialen finden sich sonst nur am Pfarrhaus und am Forsthaus Klunker.

 

22. Türsturz, Neukircher Straße 42, ehem. "Fischel-Heinke"

Inschrift: " K. H. " mit den Initialen für K(C)arl Gottfried Hartwig.

Der einzige Türsturz mit Initialen, aber ohne Jahreszahl. Das vermutliche Baujahr des Hauses war 1859. Das Gebäude ist in den 90er Jahren abgerissen und der Türsturz geborgen worden.

 

23.  Türsturz, Zittauer Straße 41

Inschrift: "18 AM 60" mit den Initialen für Carl August Marx.

 

24.  Türsturz, Dresdener Straße 43  "Pfarrhaus"

Inschrift: "1861."

Darüber auf einer Sandsteinplatte "Friede sei mit Dir!". Das alte Pfarrhaus stand bis vor 150 Jahren noch direkt neben der Kirche, wie die Abbildung in Sachsens Kirchengalerie zeigt.

 

25.  Türsturz, Neukircher Straße 62

Inschrift: "18 J.C.S. 62" mit den Initialen von Johann Christoph Schlenkrich.

Dieses Wohnstallhaus ist ein sogenanntes Ausgedingehaus bei der Nr. 61. Es wurde von der gleichen Person erbaut.

 

26.  Türsturz, Neukircher Straße 73

Inschrift: "18 J.G.R. 62" mit den Initialen von Johann Gotthold Richter.

Der Türsturz hat keine Funktion mehr. Der Eingang von der Straße ist zugemauert und verputzt worden. Dabei hat der jetzige Besitzer den Türsturz glücklicherweise frei gelassen.

 

27.  Türsturz, Neukircher Straße 79

Inschrift: "18. J.T.M.63" mit den Initialen von Johann Traugott Marx.

 

28.  Türsturz, Querstraße 12

Inschrift: "18 F.A.L.64." mit den Initialen von Friedrich August Lehmann.

Darüber auf einem weiteren Stein "Gott segne unsern Ausgang und Eingang". Dieser Türsturz ist farblich sehr ansprechend gestaltet worden.

 

29.  Türsturz, Neukircher Straße 56  "Obermühle"

Inschrift: "18 W M 65" mit den Initialen von Johann Ernst Traugott Wilhelm Mager.

Die früheste Erwähnung als "obermül 2 genge" findet sich bei Öder (1593). Nach dem späteren Besitzer Hartmann ist die Mühle und die dabei gelegene Bushaltestelle mit "Hartmannmühle" benannt. 

 

30.  Türschlussstein, Dresdener Straße 37

Inschrift: "AS | 1867" mit den Initialen von Friedrich August Steglich.

Ist der einzige Türschlussstein aus Sandstein.

 

31.  Türsturz, Dresdener Straße 1

Inschrift: "1 8  A T. 7 0" mit den Initialen von Carl August Thomas.

 

32.  Türsturz, Schenkhäuserstraße 6

Inschrift: "18  T M  70" mit den Initialen von Carl Traugott Mann.

 

33.  Türsturz, Schenkhäuserstraße 9

Inschrift: "18  A G  73." mit den Initialen von Carl August Gübner.

Befindet sich am Wohnhaus von Dr. Alwin Schade. Sein Geburtshaus trägt die Nr. 5.

 

34.  Türsturz, Neukircher Straße 26

Inschrift: "18 C.A.S. 78." mit den Initialen von Carl Ernst Steglich.

Befindet sich am Haus des Stellmachers Schlenkrich "Weunersch".

 

35.  Türsturz, Neukircher Straße 63

Inschrift: "[Bild: Galoppierendes Pferd]".

Die für Putzkau einmalige Pferdedarstellung befindet über der Tür zum Pferdestall des Wohnstallhauses. Dieser Neubau erfolgte 1864 durch Johann Gottfried Schlenkrich.

 

36.  Türsturz, Neukircher Straße 13

Inschrift: "19  M. L.  07." mit den Initialen von Max Löpelt.

Der einzige Stein aus Beton, ist aber leider zerbrochen.

 

37.  Türsturz, Zittauer Straße 42

Inschrift: "19  G  G  27" mit den Initialen von Gustav Grübner.

Das alte Gut befand sich auf dem Grundstück Neukircher Straße 88, brannte ab und wurde hier neu errichtet.

 

38. Türsturz, Neukircher Straße 82

Inschrift: "19  FF  90" mit den Initialen von Frank Fiedler.

Ist der erste Türsturz aus Sandstein.

 

39. Türsturz, Zittauer Straße 3

Inschrift: "1720 S M H 2014" mit den Initialen von Dr. Stephan-Marcus Helbig.

Er sanierte dieses vom Ende des 18. Jahrhunderts stammende denkmalgeschützte Fachwerkhaus in den Jahren 2012-14. Das Fachwerk von 1833 (dendrochronologische Untersuchung) ist durch Naturschiefer verkleidet. Der Türstock besteht aus Sandstein.  

   

 

 

 

    Das Allianzwappen von der ehemaligen Brauerei  

Allianzwappen des Heinrich der Jüngere Freiherr von Friesen zu Schönfeld (1610-1680) und seiner 2. Ehefrau Maria Margarethe Freiin von Friesen, geb. von Lützelburg (1632-1689). Sandstein, datiert und bezeichnet.

Inschrift über der Krone: "H.(einrich) F.(reiherr) V.(on) F.(riesen) / M.(aria) M.(argarethe) F.(reiin) V.(on) F.(riesen) G.(eborene) V.(on) L.(ützelburg)"

Datierung in der linken und rechten unteren Ecke: "16"  "82"

Die Wappen: Das Schild des Gatten zeigt ein Geviertes Hauptschild (Feld 1 und 4 in Gold gekrönter schwarzer Adler [Gnadenwappen], Feld 2 und 3 in Silber drei rote Rosen an einem grünen Stiel mit Blätter [Stammwappen],) mit einem daraufgelegten, senkrecht geteilten Herzschild (in Silber ein rechtsgerichteter halber Mond, gesichtet, an dessen Hörner ein senkrecht halbierter, roter, sechsstrahliger Stern stößt [angeblich das Wappen der Schweizer Friesen]). Das Schild der Gattin zeigt auf goldenen Grund einen doppelschwänzigen gekrönten Löwen. Der Löwe im Wappen der Gattin ist dem des Gatten zugewandt, wie es die Heraldik für Allianzwappen verlangt.

 

Das Wappen entstand 1682 im Auftrag der Witwe des Freiherren von Friesen. Anlass war ihr Einzug in den Neuhof. Der 1680 verstorbener Gatte hatte ihr das Rittergut Putzkau testamentarisch vermacht. Er stellte ihr frei zwischen Schönfeld und Putzkau zu wählen. Da das Schloss Schönfeld nass und kalt war, entschied sie sich für Putzkau. Einzige Bedingung war, sie musste die noch unverheirateten Töchter Henriette Amalia (verh. Gräfin von Reuß*) und Johanna Margaretha Christine (verh. Gräfin von Solms-Sonnenwalde) aufnehmen. Nach dem Tode der Witwe 1689 und der Eheschließung der Töchter 1691 wurde das Rittergut Putzkau 1691 vermessen und 1695 an Christian August von Haxthausen verkauft**. Nach dem Auszug der Friesen nahm kein weiterer Rittergutsbesitzer mehr seinen Wohnsitz im Neuhof.

Der Neuhof verfiel. Im 20. Jahrhundert war nur noch der östliche Teil (Brauerei) dieser ehemals 70 x 90 m messenden Vierflügelanlage vorhanden. Ab 1958 verfolgte man verschiedene Projekte (siehe Bildergalerie), wie den Einbau von bis zu 7 Wohnungen und einer Verkaufsstelle. Kein Projekt konnte auf Grund von permanenten Geld- und Materialmangel verwirklich werden. Mangels Pflege durch die Gemeinde verfiel auch die Brauerei und musste schließlich 1977/78 abgerissen werden. Das Allianzwappen wurde geborgen und war für den Einbau in den, an der Stelle der Brauerei, bis 1985 neu zu errichtenden Kindergarten vorgesehen. Drei Varianten standen zur Auswahl, wobei der Standort 1. OG Treppenhaus bevorzugt wurde. Es sollte so angebracht werden, dass es die Kinder sehen aber nicht berühren konnten. Sie sollten so schon frühzeitig eine Bindung an Putzkau und seine Geschichte erhalten. Warum der Einbau unterblieb ist leider nicht überliefert. Die handelnden Personen sind entweder verstorben oder haben "Erinnerungslücken". Auch die Unterlagen in den Archiven schweigen sich darüber aus.

Das Allianzwappen lehnt an einem Pfeiler des Balkons der Kinderkrippe (1987?)

 

Das Allianzwappen war Jahrelang unter dem Balkon der Kinderkrippe (heute Praxis Dr. Biesold) Wetter und Vandalismus ausgesetzt. 1991 brachten es die Kammeraden der Freiwilligen Feuerwehr um Christoph Rietzschel (1934-2012) in ihr Gerätehaus. Sie stellten es mit dem Gesicht zur Wand um Beschädigungen zu vermeiden.

Anlässlich der 650jährigen Ortsjubiläums wurde das Wappen durch die Steinschleiferei Hanisch im Eingang der Kirche zu Putzkau aufgestellt.  Obwohl dieses Allianzwappen nicht das geringste mit der 1994 in der Kirche gezeigten Ausstellung "Zur Kirchengeschichte von Putzkau" zu tun hatte, fand es dort einen sicheren, geschützten und öffentlichen Ort. Seither bestand eine ungeklärte Rechtslage. Auf meine Initiative*** hin, nach langen zähen Ringen und nervenaufreibenden Gesprächen, begleitet von böswilligen Unterstellungen Dritter, schloss die Gemeinde Schmölln-Putzkau mit der ev.-luth. Kirchgemeinde am 6.7.2015 einen unbefristeten Dauerleihvertrag ab.

An dieser Stelle soll unserem so früh verstorbenen Bürgermeister a.D. Steffen Schmidt (1965-2015) gedacht und gedankt sein, der noch kurz vor Ende seiner Amtszeit sein Versprechen wahr machte und entgegen seiner ursprünglichen Überzeugung den Dauerleihvertrag dann doch noch abschloss.

2017 ist das Wappen Dank des Gemeinderates und stellv. Bürgermeisters Dr. Stephan-Markus Helbig an seinen ursprünglichen Ort zurückgekehrt. Seit 2018 ist es im Übergang vom Altbau in den neuen Anbau der KITA-Zwergenland in der Brauereistraße 2 zu sehen. Es befindet sich jetzt fast genau an der gleichen Stelle wo es von 1682 bis 1978 hing.

 

*   Nach dem Tode ihres 19 Jahre älteren Gatten führte sie im Dresden Augusts des Starken einen recht erfolgreichen sogen. "politischen Salon".

**  Er war Erzieher August des Starken und begleitete diesen auf seiner Kavalierstour durch Europa.

*** Meine Schreiben vom 27.5.2013, 26.4.2014 und 10.5.2015.

 

 

 

    Fachwerkhaus Brauereistraße 15

Im putzkauer Niederdorf steht ein Fachwerkhaus, dessen Bedeutung bisher unterschätzt wurde. Es galt in der alten Denkmalliste für Putzkau als "Wohnstallhaus, 1. Hälfte 19. Jh.". Nach der Abnahme der Außenverkleidung wurde das Fachwerk sichtbar. Im rechten vorderen Teil war der Umbau vom Anfang des 19. Jahrhunderts erkennbar. Der linke Teil der Vorderfront, der westliche Giebel und die gesamte Rückseite zeigten ein für Putzkau ungewöhnliches Fachwerk. Es besteht aus einem Kreuzstreben-Gefüge, welches auf das 17. Jahhundert hindeutet.

Im Jahre 2010 führte Hr. Noky vom Landesamt für Denkmalpflege eine Bauuntersuchung an Wohnhaus und Scheune durch. Auf Grund des vorgefundenen Fachwerkes im Obergeschoss, des Dachtragewerkes und des stark ansteigenden Daches datierte er das Wohnhaus vor 1700. Die saubere Verarbeitung des Fachwerks lassen als Bauherren die Gutsherrschaft vermuten. Holzproben wurden an beiden Gebäuden entnommen. Gewissheit über ihr tatsächliches Alter konnte nur die dendrochronologische Untersuchung bringen. Für die Scheune ergab sich ein Fälldatum des Fichtenholzes von 1669/70, was auf ein Baujahr 1671 hindeutet. Für das Wohnhaus ergab sich gar ein Fälldatum des Fichtenholzes von 1632/33, was ein Baujahr 1634 ergäbe. Damit wäre dieses Haus das älteste erhaltene Wohngebäude in der Gegend um Bischofswerda.


Eine weitere Überraschung brachte die Bauuntersuchung. Das Untergeschoss besteht aus 70 cm starken Bruchsteinmauerwerk. Die Deckenbalken des Flures sind stark rauchgeschwärzt. Beides deutet auf eine wenigstens zeitweise Nutzung als Schmiede hin. Wegen der ständigen Brandgefahr wurde diese durch die Gutsherrschaft in entsprechender Entfernung zum Neuhof auf ihrem Grund und Boden  errichtet. Die hohe Qualität des Gefüges des Fachwerkes stützt die Annahme, dass der Gutsherr auch der Bauherr war. Auch ist das Grundstück im 17. Jahrhundert  im Besitz der Gutsherrschaft gewesen. Ein Verkauf ist bis spätestens 1818 erfolgt. In diesem Jahr taucht das Grundstück mit Gebäude (Niederputzkau Nr. 66) in einem Plan aller von der Gutsherrschaft bis dahin verkauften Grundstücke auf.

Vermutlich bedeutete der Bau der Scheune 1671 das Ende der Schmiedenutzung. Die ungünstige Lage am Ende einer Sackgasse mag zu ihrem Niedergang geführt haben (Die anderen Putzkauer Schmieden lagen alle direkt neben einer Schenke und an einer Durchgangsstraße.).

Die stark rauchgeschwärzten Balken im Flur lassen aber auch eine völlig andere Deutung zu. Nach Vergleich mit anderen ehemaligen Schmieden, kann folgendes festgestellt werden: Die "stark rauchgeschwärzten Balken" stammen nicht von einem Schmiedefeuer! Es handelt sich hier um Brandspuren, die umso stärker werden je näher man dem neueren Fachwerk im Ostteil kommt. Mit größter Wahrscheinlichkeit ist der sich hier befindende Wohnbereich während der Kriegsereignisse 1813 ausgebrannt. Dabei verbrannte auch der Kaufbrief, wie ein Dokument von 1822 belegt. Daraufhin erfolgte in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts ein vollständiger Umbau zum Wohnstallhaus mit dem neuen Fachwerk im Ostteil. Bei dieser Gelegenheit wurde vermutlich auch die Abseite (ebenerdiger Keller) errichtet. Das Haus hat keinen Keller, da es auf die Aue (Überflutungsgebiet) gebaut war. Im Bereich des Treppenaufgangs hat sich ein bauzeitliches (17. Jh.) Kratzputzmuster erhalten. Dieses Muster wurde mit einer fünfzinkigen Holzgabel in den frischen Lehm gekratzt. 

Die heutigen Besitzer lassen beide Gebäude (Wohnhaus/Schmiede und Scheune), soweit es möglich ist, auf den Zustand Anfang des 19. Jahrhunderts zurückbauen. Unterstützt werden sie dabei durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Stiftung Umgebindehaus.

 

Daten zur Geschichte des Gebäudes:

1634  Bau des Wohnhauses?

1667  Bau der Scheune

1674  Peter Rudolff 

1680  Christoff Rudolff 

17??  George Rudolph

1727  Johann Rudolph

1733  Hannß Rudolph

1751  Gottlob Rudolph

17??  Johann Gottlob Rudolph d. Ä.

1793  Johann Gottlob Rudolph d. J.

1813  geht der Kaufbrief durch Kriegseinwirkung verloren* (HStA, 12613 Gerichtsb., Nr. 97)

1822  Johann Gottlob Rudolph d. J.

1842  Johann Gottfried Rudolph

186?  Karl Friedrich Ernst Rudolph

1872  Friedrich August Kindermann

1882  Friedrich August Jäger

1903  Herrmann Alwin Jäger

1921  Auguste Ida verw. Jäger, geb. Kaufer

1933  Hulda Frieda Dietrich, geb. Kühn

1947  Erich Kühn

* Diese Nachricht lässt noch eine andere Deutung der Brandspuren im Gebäude zu. Am 13. 9. 1813 kam es in Putzkau zu einem Gefecht zwischen Russen und Franzosen. Vier Bauernhöfe sollen vollständig abgebrannt sein. Da dieses Gebäude direkt in der Fronlinie lag, wäre es denkbar, dass es zumindest beschädigt wurde. Das würde auch das jüngere Fachwerk aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts an Vorderfront und Giebel der rechten Haushälfte erklären.

 

 

       Das Forsthaus Klunker

Das ehemalige Forsthaus Klunker wurde 1712 wegen des Flößerholzgeschäftes durch den damaligen Putzkauer Rittergutsbesitzer George Ludewig von Haxthausen (1671-1755) errichtet. Für den Ausbau der Barockstadt Dresden benötigte August der Starke Unmengen an Holz. Zu diesem Zweck wurde die gesamte "Klunkerseite" bis hinauf zum Valtenberg abgeholzt. Die Stämme wurden über die Polenz und die Elbe nach Dresden geflößt.

Im Gebäude gab es Räume für den Rittergutsbesitzer, den Förster, die Holzfäller und die Fuhrleute/Flößer. Die Jahreszahl 1840 über der Eingangstür deutet auf einen Umbau des Gebäudes hin. Dieser würde dann im direkten Zusammenhang mit der Einrichtung der schall-riaucourschen Forstwirtschaft 1843 am Hohwald stehen.

Zwei Sagen aus dieser Zeit ranken sich um den Klunker: "Der Kinderengel beim Klunkerförster" und "Die weiße Frau" deren steinernes Abbild noch heute in der Schneise D des Forstwirtschaftsbetriebes Putzkau steht.

Über zwei Jahrhunderte wurde hier ein Ausschank betrieben. 1945 war der Klunker für viele Putzkauer, wie des Rittergutstrack, Fluchtpunkt vor den Kriegsereignissen. Die Pfingstkonzerte zu "DDR-Zeiten" sind legendär. Seit 1960 war hier ein Kinderferienlager des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Bautzen, später Löbau. 1973 ist der Klunker an die Gemeinde Berthelsdorf abgegeben worden, nachdem bereits zehn Jahre zuvor die Neumannmühle zu Putzkau kam.  

Der Klunker wurde bis Mai 1990 als Ferienhaus für Schülergruppen genutzt. Der Forstwirtschaftsbetrieb Löbau führte noch bis in den Winter 1991 Kontrollfahrten durch und musste das Forsthaus Klunker danach aufgeben.

Das Forsthaus Klunker im Jahre 2012: Alle Scheiben sind eingeschlagen, die Türen sind aufgebrochen, die rückseitige Mauer droht einzustürzen, es fehlen Dachziegel, ein Baum wächst aus dem Dach und das Gelände ist ungesichert.

 

Aus unverständlichen Gründen wurde der Klunker nach der Wende nicht an den enteigneten Grafen von Schall-Riaucour zurückverkauft. Grundstück und Gebäude gingen an einen Unbekannten. Der tut leider nichts für die Erhaltung des ehemaligen Forsthauses Klunker. Diesbezügliche Schreiben der Unteren Denkmalschutzbehörde in Pirna, der Stadt Neustadt i. Sa. und meinerseits ließ er unbeantwortet. Das Gebäude verfällt weiter. Wenn nicht sofort etwas unternommen wird, ist das Forsthaus Klunker verloren.

Der Klunker ist für Putzkauer wie für Berthelsdorfer aus den oben angeführten Gründen von großer Bedeutung. Es würde damit ein Stück unserer eigenen Geschichte verloren gehen.

 

 

 

Kollm bei Niesky

In dem kleinen Ort Kollm (Gemeinde Quitzdorf am See) befindet sich in der dortigen spätmittelalterlichen Kirche eine barocke Orgel. Ihre Form passt sich gut dem ebenfalls barocken Kanzelaltar an. Die Orgel besitzt ein Gehäuse mit Akanthus und Bandwerk, welches noch aus der Entstehungszeit erhalten ist. Nur die zinnernen Prospektpfeifen mussten 1917 für Kriegszwecke abgeliefert werden und wurden später durch neuere ersetzt. 1845 hatte man die alte Orgel verkauft und 50 Taler dafür erhalten. Mit den von der Kirchgemeinde gesammelten 38 Taler konnte man die putzkauer Orgel für 88 Taler ankaufen. Diese 1753 von dem Elstraer Zimmermann Abraham Strohbach gefertigte Orgel befand sich seit 1754 in der Putzkauer Kirche. Der damalige Rittergutsbesitzer Andreas Graf von Riaucour spendete das Holz für das Orgelprospekt und 100 Dukaten. Angeblich hatte sein Vater Peter von Riaucour nach einem Besuch in Putzkau 1751 das Werk gestiftet. Bei einer 1913 durch den Orgelbauer Eichler aus Görlitz durchgeführten Reparatur entdeckte man die Jahreszahl 1738. Möglicherweise stammte das Werk aus einer früheren Putzkauer Orgel oder aus einer anderen Kirche.


 

Die Existenz der Strohbach-Orgel in Kollm ist für Putzkau ein besonderer Glücksfall, da sich in der Kirche zu Putzkau keine historischen Ausstattungsstücke (Glocken, Taufstein, Orgel, Kanzel und Altäre*) aus der Zeit vor dem 19. Jahrhundert erhalten haben.

* Katharinen- und Barbaraaltar (vor 1414)

  Marienaltar (vor 1495)

  Altar (Epitaph?)  mit der "Kreuzigung Christi", darüber "Die Himmelfahrt" und darunter

  "Das Abendmahl" um 1630 für Erhard von Haugwitz, von dem dresdener Maler Hans

  Panitz. Vor dem Kreuz knieten der Verstorbene und seine Witwe.

  Kanzelaltar von 1845 (Reste waren in der Ausstellung "650 Jahre Putzkau" 1994 in 

  der Kirche zu sehen!)

 

 

Sagar bei Weisswasser

In dem kleinen Ort Sagar (Gemeinde Krauschwitz) befindet sich ein Museum für Handwerk und Gewerbe. Dort hat sich die Werkstatt eines Stellmachers "Sägewerk" aus den Hübelschenkhäusern in Putzkau erhalten. Die Werkstatt befand sich bis 1992 auf dem Grundstück Schenkhäuserstraße 15. Dieses war 1792 aus der Hübelschenke herausgelöst worden, als sich dort der Wagner Johann Gottlob Steglich ansiedelte. Die Werkstatt blieb dann 200 Jahre in Familienbesitz. Als der letzte Besitzer Friedrich Paul Steglich starb, war sie dem Verfall preisgegeben. Glücklicherweise meldete sich der neue Besitzer in Sagar und die Werkstatt konnte 1998 ins Museum übernommen werden.


Einige Dokumente zur Geschichte der Stellmacherei bereichern die Ausstellung. Leider wird in einem Text zur Geschichte der Hübelschenkhäuser immer noch die überholte Auffassung vertreten, die Hübelschenke hätte schon um 1400 als Straßenschenke existiert und wäre 1586 auf einer Karte erwähnt. Beiden Behauptungen fehlt jegliche Grundlage. Die Hübelschenke wurde von der Gutsherrschaft 1688 völlig neu errichtet und ist erstmals 1754 auf der Schenk'schen Oberlausitzkarte abgebildet. Aus einem Stall bei der Hübelschenke entstand die inzwischen abgerissene Ausspanne. 1754 siedelte sich daneben ein Schmied (Nr. 21a, inzwischen auch teilweise abgerissen) und 1792 der oben erwähnte Wagner an. Alle anderen Häuser bei der Hübelschenke entstanden später.

 

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